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Foto: Toyota Gazoo Racing WRT
 
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WRC Rallye Monte Carlo 2026: Oliver Solberg triumphiert beim Saisonauftakt!

WRC Rallye Monte Carlo 2026: Oliver Solberg triumphiert beim Saisonauftakt!Oliver Solberg triumphiert beim turbulenten Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft 2026 bei der Rallye Monte Carlo in beeindruckender Manier vor seinen Toyota-Teamkollegen Elfyn Evans und Sebastien Ogier!

Text: Harald Illmer; Fotos: M-Sport Ford WRT, Hyundai Shell Mobis WRT, Toyota Gazoo Racing WRT, Axel Kindermann

Was für ein Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft 2026. Diese Ausgabe mit den winterlichsten Bedingungen seit vielen Jahren wird definitiv in Errinerung bleiben!

Am Schlusstag waren noch vier Sonderprüfungen über 71.9 km zu absolvieren, darunter zwei Überfahrten über den legendären Col de Turini.

Starke Niederschläge verwandelten auch die Sonntagsprüfungen in ein Winterwonderland. Die Auftaktprüfung über 12.5 km am legendären Col de Braus verlangte den Teams gleich alles ab. Spikes und je nach Verfügbarkeit Winterreifen waren die richtige Wahl am Schlusstag.

Sami Pajari trat nach seinem Unfall am Samstag am Schlusstag nicht mehr an. Für Gregoire Munster begann der Sonntag alles andere als nach Wunsch: Bereits auf der Verbindungsetappe zur ersten Sonderprüfung des Tages blieb der Ford-Pilot mit einem technischen Problem liegen.


Foto: Hyundai Shell Mobis WRT

Gerade der Schlussanstieg auf den Col de Braus mit den zahlreichen Kehren präsentierte sich extrem winterlich und eisig.

Jon Armstrong legte eine erste Richtzeit vor und unterbot die zuvor gestarteten Josh McErlean, Hayden Paddon und Takamoto Katsuta klar. Thierry Neuville konnte auf den letzten Kilometern Jon Armstrong einiges an Zeit abnehmen und eine neue Zwischenbestzeit setzen, ehe Elfyn Evans zeitgleich mit Adrien Fourmaux die Bestzeit der Rally1-Piloten holte.

Sebastien Ogier verlor in der Auftaktprüfung ganze 15.9s im Kampf mit seinem Teamkollegen Evans um P2. Der amtierende Weltmeister beklagte den mangelnden Grip seiner Pneus. Der Führende Oliver Solberg wählte ob des großen Vorsrpungs die sichere Variante und beendete SP 14 mit 8.5s Rückstand auf die Bestzeit. Elfyn Evans konnte somit den Rückstand auf 50.8s reduzieren.

Wie sehr sich die Streckenbedingungen im Verlauf änderten zeigt die SP-Bestzeit des später im Feld gestarteten Rally3-Piloten Matteo Fontana vor den Rally2-Piloten Yohan Rossel und Cedric Cherain.

In der WRC2 baute Leo Rossel seinen Vorsprung auf Erci Camili auf mehr als 2 Minuten auf, der bis dato Zweitplatzierte Roberto Dapra verlor mehr als 36s auf Rossel und rutschte auf P3 der Klassenwertung ab.

Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain starteten mit der sechsten Zeit in der RC2-Wertung und der 9. Gesamtzeit (!) in den Schlusstag.


Foto: M-Sport Ford WRT

Der absolute Klassiker La Bollène-Vésubie / Moulinet über den berühmt-berüchtigten Col de Turini wartete als SP 15 auf die Teams und wurde später auch als finale Powerstage gefahren. Tiefwinterliche Bedingungen in den höher gelegenen Abschnitten wie seit vielen Jahren nicht mehr sorgten bei Teams und Fans für Freude.

Die Prüfung startete in La Bollène-Vésubie auf Asphalt, nach knapp 3 km begannen erste Black Ice Abschnitte, gefolgt von einer reinen Schnee / Eisfahrbahn ab ca. 6 km. Je näher man der legendären Passhöhe kam, desto mehr verwandelte sich die Szenerie in ein absolutes Winterwonderland. Fantastische Bedingungen. Besonders die steile, eisige Abfahrt auf der anderen Seite der Passhöhe verlangte höchste Konzentration und sorgte für spektakuläre TV-Bilder. Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel verwandelte sich die Schneefahrbahn langsam wieder in Slush und gefährliche Black Ice Flächen.

Thierry Neuville hatte bereits direkt nach dem Start nach knapp 300 km einen Reifenschaden, der Hyundai Pilot hielt an und wechselte den Pneu in Rekordzeit von knapp 1:30 Min. Da der Belgier auf einen Spikelosen Pneu wechseln musste verlor er auf der Prüfung einiges mehr an Zeit, ein Ausrutscher auf der Bergabfahrt in die Mauer sorgte zusätzlich für Sorgenfalten. Der Weltmeister von 2024 erreichte das Ziel mit knapp 2:20 Min. Rückstand.

Jos McErlean legte die erste Zeit vor, die von dahinter startenden jedoch gleich deutlich unterboten wurde. Elfyn Evans setzte von den Rally1-Piloten die schnellste Zeit vor Adrien Fourmaux und Sebastien Ogier.


Foto: Toyota Gazoo Racing WRT

Oliver Solberg drehte sich beim Anbremsen einer Kehre am Bergabstück, hatte aber das Glück auf seiner Seite und schlug nirgends an. Der Zeitverlust von hielt sich mit 8.8s auf die Zeit von Evans aber in Grenzen. Der Vorsprung des Youngsters betrug nun genau 42.0s. Mit 1:37.8 Min. Rückstand belegte Sebastien Ogier weiter den dritten Rang. Adrien Fourmaux,Thierry Neuville und Jon Armstrong folgten in den Top-6 nach SP 15.

Die Gesamtbestzeit sicherte sich abermals kein Rally1-Pilot. In SP 15 war abermals Matteo Fontana im Ford Fiesta Rally3 vor Yohan Rossel im Lancia Ypsilon Rally2 HF der Schnellste.

In der WRC2 übernahm wieder Roberto Dapra P2 hinter Leo Rossel und verdrängte Eric Camilli somit zwischenzeitlich wieder auf P3. Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain absolvierten den legendären Col de Turini fehlerfrei mit der 12. Zeit in der RC2.

Der Re-Run am Col de Braus präsentierte sich nun deutlich weniger winterlich als beim ersten Durchgang. Eine Spur war nun freigefahren und sorgte für deutlich schnellere SP-Zeiten. Dennoch sorgten Eisplatten und Slush für äußerst schwierige Bedingungen.

Joshua McErlean eröffnete die Prüfung und verlor nach knapp 12 Kilometern beim Anbremsen den Ford Puma Rally1 und schlug hart in die Leitplanke ein. McErlean schleppten den stark beschädigten Boliden ins Ziel, konnte die Fahrt aber nicht mehr fortsetzen. Auch Takamoto Katsuta traf dieselbe Leitplanke wie McErlean. Der Japaner hatte jedoch mehr Glück und kam ohne gröberen Schaden davon.

Kurz darauf erwischte es denn letzten M-Sport Piloten. Jon Armstrong musste seinen Ford Puma Rally1 kurz nach dem Start in einer Kehre abstellen, nachdem er ebenfalls eine Mauer getroffen hatte.


Foto: Hyundai Shell Mobis WRT

Thierry Neuville musste bereits vor dem Start der Prüfung einen weiteren Reifen wechseln und hatte nun die Sorge, ob seine verbliebenen Pneus über die Distanz halten würden.

Adrien Fourmaux setzte in SP 16 die Bestzeit der Rally1-Piloten. Die Reifenkombination mit 2 Winterreifen sollte sich als die optimale für diese Bedingungen herausstellen. Knapp dahinter fuhr Oliver Solberg die Zweitschnellste Zeit, der Führende hatte bei einem Verbremser wieder das Glück auf seiner Seite. Solberg konnte damit seine Führung vor seinen Teamkollegen vor der finalen Powerstage noch einmal deutlich ausbauen. Mit einem Vorsprung von 58.3s auf Elfyn Evans unf 1:51.4 Min. auf Sebastien Ogier startete der Schwede in den zweiten Durchgang am Col de Turini.

In der WRC2 betrug der Vorsprung des Führenden Leo Rossel vor der letzten Sonderprüfung 1:57.7 Minuten auf Eric Camilli. Der Skoda Pilot erreichte das SP Ziel aber mit einem beschädigten Fahrzeug, es war unklar ob er die Fahrt würde fortsetzen können. Mit 2:03.3 Minuten belegte weiter Roberto Dapra P3.

Die SP 16 musste nach einem Unfall von Pablo Sarrazin abgebrochen werden, da das Fahrzeug die Strecke blockierte. Auch auf der Powerstage herrschten beim 2. Umlauf nun deutlich andere Bedingungen als am Vormittag, weiter gab es in den hochgelegenen Abschnitten aber jede Menge Schnee & Eis.


Foto: M-Sport Ford WRT

Oliver Solberg ließ auf den finalen 23 km nichts mehr anbrennen, setzte auf SP 17 die Zweitschnellste Zeit hinter Elfyn Evans und feierte einen viel umjubelten emotionalen Triumph bei der 94. WRC Rallye Monte Carlo 2026. Zusammen mit seinen Teamkollegen Evans (+51.8) und Ogier (+2:02.2) konnte ein Dreifachsieg für Toyota gefeiert werden.

Adrien Fourmaux, Thierry Neuville und der WRC2 Sieger Leo Rossel folgten in den Top-6 im Ziel. Thierry Neuville hatte bei einem Dreher auf der Powerstage noch das Glück auf seiner Seite. Takamoto Katsuta, Roberto Dapra, Arthur Pelamourgues und Eric Camilli komplettierten die Top-10.

In der WRC2 fuhr Leo Rossel somit seinen Sieg vor Roberto Dapra sicher nach Hause. Eric Camilli musste durch eine 3:20 Minuten Zeitstrafe nach dem Schaden in der vorletzten Prüfung noch Arthur Pelamourgues in der Gesamtwertung passieren lassen und sich mit P4 zufrieden geben.

Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain schlossen die 94. Rallye Monte Carlo 2026 mit der tollen 5. Zeit in der RC2 auf der finalen Powerstage ab.


Foto: Peter Hartmann

Ergebnisse:

Endstand nach 17 Sonderprüfungen:
01. O. Solberg / E. Edmondson Toyota GR Yaris Rally1 4:24:59.0
02. E. Evans / S. Martin, Toyota GR Yaris Rally1 +51.8
03. S. Ogier / V. Landais, Toyota GR Yaris Rally1 +2:02.2
04. A. Fourmaux / A. Coria, Hyundai i20 N Rally1 +5:59.2
05. T. Neuville / M. Wydaeghe, Hyundai i20 N Rally1 +10:29.7
06. L. Rossel / G. Mercoiret, Citroën C3 Rally2 +12:58.4
07. T. Katsuta / A. Johnston, Toyota GR Yaris Rally1 +13:05.4
08. R. Dapra / L. Guglielmetti, Skoda Fabia RS +15:07.9
09. A. Pelamourgues / L. Guglielmetti, Hyundai i20 N +18:09.3
10. E. Camilli / T. de la Haye, Skoda Fabia RS +18:36.4

Wichtigste Ausfälle u.a.: Sami Pajari, Jon Armstrong, Josh McErlean, Gregoire Munster, Pablo Sarrazin, Yuki Yamamoto, Filip Mares

Bestzeiten: Oliver Solberg – 6, Sebastien Ogier – 5, Elfyn Evans – 3, Adrien Fourmaux – 2, Matteo Fontana – 2

Punktestände:

WM-Stand Hersteller:
01. Toyota Gazoo Racing World Rally Team - 59 Punkte, 02. Hyundai Shell Mobis World Rally Team - 35, 03. M-Sport Ford World Rally Team - 0, 03.=Toyota Gazoo Racing World Rally Team 2 - 0

WM-Stand Fahrer:
01. O. Solberg - 30 Punkte, 02. E. Evans - 26, 03. S. Ogier - 18, 04. A. Fourmaux - 17, 05. T. Neuville - 10, 06. L. Rossel - 8, 07. T. Katsuta - 6, 08. Y. Rossel - 6, 09. R. Daprà - 4, 10. A. Pelamourgues - 2

Stimmen im Ziel:

Oliver Solberg: „Den Sieg bei der Rallye Monte-Carlo zu erringen, ist ein unglaubliches Ergebnis und ein wahrgewordener Traum – wahrscheinlich das Verrückteste, was ich je in meinem Leben erlebt habe. Ich möchte dem Team ein großes Dankeschön aussprechen, dass es an mich geglaubt und mich zum Werksfahrer gemacht hat. Es ist unsere zweite gemeinsame Rallye und unser zweiter Sieg. Das Team hat hervorragend daran gearbeitet, dass ich mich im Auto auf allen Untergründen und unter allen Bedingungen wohlfühle. Als die Bedingungen schwierig wurden, habe ich versucht, auf Schnee und Eis ans Limit zu gehen, und ich denke, genau da konnte ich den Unterschied ausmachen. Ein Dreifachsieg für das Team ist auch ein fantastischer Saisonstart, insbesondere für die Herstellerwertung.“

Elfyn Evans: „Das ist ein fantastisches Ergebnis für das Team und herzlichen Glückwunsch an Oliver und Elliott zu ihrer großartigen Leistung. Natürlich wäre es schön gewesen, um den Sieg zu kämpfen, aber wir konnten an diesem Wochenende einfach nicht mit ihnen mithalten. Es war definitiv die härteste Rallye Monte-Carlo meiner Karriere. Es gab zwar auch schon schwierige, aber die Kombination aller Faktoren hat dieses Wochenende zu einer echten Herausforderung gemacht. Auch heute gab es keine Verschnaufpause von den Schwierigkeiten, und die guten Punkte am Sonntag sind ein gutes Ergebnis für uns.“

Sebastien Ogier: „Ehrlich gesagt freue ich mich riesig über diesen Podiumsplatz am Ende einer sehr anspruchsvollen Rallye. Klar, hier bei der Rallye Monte-Carlo bin ich es gewohnt, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, aber Oliver war dieses Wochenende fantastisch und hat seinen Sieg vollauf verdient; Glückwunsch, Kumpel! Es ist gut für die Meisterschaft, dass mal jemand Neues und Frisches Rallyes gewinnt, und ich freue mich darauf, in Zukunft noch öfter mit ihm zu kämpfen. Die ersten drei Plätze für das Team zu belegen, ist ein weiterer sehr positiver Saisonstart, deshalb bin ich heute gut gelaunt.“

Jon Armstrong: „Ein wahrer Feuertaufe für unseren ersten WRC-Einsatz im Rally1-Auto. Wir waren zufrieden, dass wir das ganze Wochenende über ein gutes Tempo zeigen konnten, wollten aber letztendlich ein solides Ergebnis erzielen, was uns dieses Mal nicht gelungen ist. Die Bedingungen waren verrückt, eine echte Herausforderung, und wir freuen uns schon jetzt auf die neue Herausforderung in Schweden.“

Thierry Neuville: „Für mich persönlich war es die schwierigste Rallye Monte-Carlo, die ich je erlebt habe; die Bedingungen waren wirklich extrem. An allen vier Tagen war es eisig, aber das fehlende Gefühl für das Auto machte es viel schwieriger als nötig. Ich habe mehrmals die Kontrolle verloren. Es war kein schönes Wochenende und endete natürlich enttäuschend für uns, obwohl wir uns im Laufe der vier Tage verbessert haben. Wenn ich das richtige Gefühl für das Auto finde und es besser mit den Reifen harmoniert, können wir deutlich besser nach vorne kommen als momentan.“

Adrien Fourmaux: „Angesichts unserer Probleme mit der Elektrik am Freitag bin ich mit dem vierten Platz in der Gesamtwertung zufrieden. Mit der Zeit, die wir mit jedem Auto gutgemacht haben, bedauere ich nur eines: die acht Zehntel gegenüber Seb. Ich bin sicher, ich hätte acht Zehntel herausholen können! Die Strecke hat sich stark verändert, genau wie letztes Jahr. Wir haben 17 Punkte geholt, nur einen weniger als Ogier, was durchaus positiv ist. Wir müssen an unserer Performance auf Asphalt arbeiten, aber ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Ergebnisse auf den anderen Untergründen weiter verbessern können. Wir haben letztes Jahr in Japan gesehen, dass wir mit dem Auto einen großen Schritt nach vorn gemacht haben, und ich war zufrieden, bis es regnete – wir lagen auf dem dritten Platz und fuhren gute Zeiten.“

Josh McErlean: „Die Rallye Monte-Carlo war für mich persönlich eine wirklich harte Angelegenheit und nicht das Ergebnis, mit dem ich in die Saison starten wollte. Monte ist eine Rallye, die jeden überraschen kann, und dieses Wochenende hat mich definitiv auf die Probe gestellt. Trotzdem war die Unterstützung von M-Sport und dem Team ungebrochen, und es gibt dennoch Positives mitzunehmen. Ich werde die Lehren daraus ziehen, mich neu fokussieren und entschlossen zurückkommen, um zu zeigen, was wir können.“

Hayden Paddon: „Ich würde dieses Wochenende nicht als Glanzleistung bezeichnen, aber wir sind ins Ziel gekommen, und das war unser Hauptziel. Mir war klar, dass es ein lehrreicher Prozess werden würde, aber die Bedingungen haben es deutlich erschwert. Es war hart – vor allem die Bedingungen waren viel schwieriger als erwartet. Wir hatten jedoch einige gute Zwischenzeiten, manchmal lagen wir weniger als eine Sekunde hinter unseren Teamkollegen. Es gibt also ein paar positive Aspekte, die wir mitnehmen können, aber wir hätten über das Wochenende konstanter fahren müssen.“

Gus Greensmith: „Nachdem wir am Samstag Paddon und Katsuta überholt hatten, waren wir in der Gesamtwertung wieder auf dem Weg nach oben und hofften, am Sonntag noch weiter zulegen zu können. Leider schafften wir es aufgrund eines technischen Defekts nicht einmal zur ersten Sonderprüfung. Das ist wirklich enttäuschend, denn ich weiß nicht, wann ich wieder einen Rallye-1-Wagen fahren werde, daher hätte ich die Saison gerne mit einem Erfolgserlebnis beendet. Trotzdem haben wir einige gute Ansätze gezeigt, und ich hoffe, dass wir in Zukunft eine weitere Chance bekommen.“

Die Rallye Weltmeisterschaft wird von 12.-15. Februar 2026 mit der Rallye Schweden rund um Umea fortgesetzt.

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Galerie WRC Rallye Monte Carlo 2026: Fotos: © Axel Kindermann
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Foto: Toyota Gazoo Racing WRT
 

WRC Rallye Monte Carlo 2026 – Tag 3: Solberg im Winterwonderland weiter an der Spitze!

Starker Schneefall in der Nacht auf Samstag sorgte für ein Winterwonderland und dementsprechend schwierige Bedingungen am turbulenten dritten Tag. An der Spitze blieb alles beim Alten: Oliver Solberg führte die Gesamtwertung vor Elfyn Evans und Sebastien Ogier an!

Text: Harald Illmer; Fotos: M-Sport Ford WRT, Hyundai Shell Mobis WRT, Toyota Gazoo Racing WRT, Axel Kindermann

Am Samstag standen bei der 94. Rallye Monte Carlo auf der Überführungsetappe von Gap nach Monte Carlo vier Sonderprüfungen über 77,61 km am Programm, darunter zum Abschluss des Tages eine Superspecial am Formel-1 Kurs in Monaco.

Der am Vorabend angekündigte Schneefall setzte ein und intensivierte sich über Nacht. Die mit fast 30 km längste SP der 94. Rallye Monte Carlo 2026 La Bréole – Bellaffaire zum Auftakt am Samstag Morgen verwandelte sich in ein Winterwonderland.

Josh McErlean eröffnete nach seinem Ausfall am Vortag auch am Samstag wieder die Prüfungen und kämpfte sich als Erster durch die tiefwinterliche zehnte SP. Ein absoluter Traum an Bedingungen für Teams und Fans wie sie seit vielen Jahren in dieser Form nicht mehr geherrscht haben.

Die Gefahren lauerten natürlich an jeder Ecke an diesem Samstag Morgen. Die Onboard-Kameras und Helikober-Aufnahmen lieferten wieder absolut beeindruckende Bilder. Die Reifenwahl sollte am Samstag Morgen kein Thema sein, vier Spikereifen waren quasi Pflicht.


Foto: Hyundai Shell Mobis WRT

Takamoto Katsuta unterbot die Zeit der vor ihm gestarteten Josh McErlean und Sami Pajari als Erster deutlich und distanzierte den Ford- bzw. Toyota-Piloten um 24s bzw. 1:07 Min.

Gregoire Munster, Hayden Paddon und Jon Armstrong als nächster in der Spur konnten an das Tempo des Japaners nicht anschließen und verloren ebenfalls kräftig.

Jon Armstrong begann auch den Samstag mit einem Reifenschaden. Der Ford-Pilot traf eine Brückenmauer und kämpfte sich mit dem defekten Pneu bis ins Ziel, büßte abermals mehr als 1:30 Min. ein.

Erst die Spitzengruppe konnte sich mit der vorgelegten Zeit von Katsuta matchen. Sebastien Ogier unterbot die Zeit des Japaners um mehr als 13s. Knapp dahinter Elyn Evans mit 3.5s Rückstand auf den Franzosen.

Oliver Solberg wählte ob des großen Vorsprungs die sichere Variante und fuhr die viertschnellste Zeit, knapp 20s hinter Ogier. Der Vorsprung auf seine Verfolger schmolz somit auf immer noch komfortable 51s.


Foto: M-Sport Ford WRT

In der WRC-2 wurde es spannend. Nikolay Gryazin hatte Probleme mit der Intercom und traf mit dem Heck eine Brücke. Der Lancia-Pilot settze dennoch die klare Bestzeit und verkürzte den Rückstand auf Leo Rossel auf 15.7s. Eric Camilli hingegen konnte das Tempo nicht mitgehen und verlor im Kampf um die Top-3 mehr als eine Minute.

Am Donnerstag musste die Prüfung Esclangon – Seyne-les-Alpes auf Grund des starken Nebels nach wenigen Startern abgebrochen werden und am auch beim Re-Run am Samstag begrüsste die Teams am Start dichter Nebel. Der Streckenbelag präsentierte sich nicht ganz so winterlich wie auf der vorhergehenden Prüfung: leichter Schnee und Black Ice sorgten dennoch für äußerst heikle Bedingungen.

Wie in SP 10 legte Takamoto Katsuta die erste Richtzeit vor und unterbot die Zeiten der zuvor gestarteten McErlean und Pajari deutlich. Nach dem Reifenschaden in SP 10 war Jon Armstrong nun wieder besser dabei und matchte sich mit Katsuta um die zwischenzeitliche Bestzeit. Der Japaner blieb mit 2.3s in Front.

Adrien Fourmaux war der Erste, der die Zeit von Katsuta um 0.2s unterbieten konnte. Die Teamkollegen des Franzosen Thierry Neuville und Hayden Paddon konnten nicht in den Spitzenkampf eingreifen.


Foto: Toyota Gazoo Racing WRT

Im Ziel der zehnten Prüfung zeigte sich Oliver Solberg ob des Zeitverlust sichtlich nicht ganz zufrieden und überrascht, auf SP 11 erhöhte der Youngster das Tempo wieder deutlich und schnappte sich die nächste überlegene Bestzeit! Solberg distanzierte seine schärfsten Verfolger Elfyn Evans und Sebastien Ogier um ganze 11.4 bzw. 18.7s.

Den mittäglichen Service in Gap erreichte Solberg somit mit einem Vorsprung von 1:02.8 Minuten auf Elfyn Evans. 10.3s dahinter folgte Sebastien Ogier in der Zwischenwertung nach SP 11. Adrien Fourmaux, Thierry Neuville und Jon Amstrong komplettierten die Top-6.

In der WRC2 fuhr am Samstag Lancia Pilot Yohan Rossel überlegene Bestzeiten, nach dem Ausfall am Donnerstag lag der Franzose in der Gesamtwertung jedoch weit abgeschlagen. An der Spitze hielt weiter Leo Rossel die Führung, wenn auch Nikolay Gryazin den Rückstand immer weiter verkürzte und nach SP 11 nur mehr 10.8s hinter dem Citroen-Piloten lag.

Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain zeigten am Samstag bei den schwierigen Bedingungen eine starke Leistung mit der 12. bzw. 10. Zeit in der RC2 Wertung in SP 10 und 11.


Foto: Hyundai Shell Mobis WRT

Der Re-Run am Nachmittag in La Bréole präsentierte sich immer noch tiefwinterlich, wenn auch teilweise eine Fahrspur bereits freigefahren war. Dem Spektakel und der Tücke der Strecke tat dies keinen Abbruch.

Als Erster musste dies Sami Pajari erfahren. Der Toyota-Pilot rutschte in den Graben, versuchte mit Vollgas diesen zu entkommen und traf dabei einen Baum. Für Pajari gab es kein Weiterkommen mehr.

Gregoire Munster hatte seinen Big Moment auf der ersten Passhöhe nach knapp 6 km. Bei einem Dreher hatte der Ford-Pilot viel Glück auf der Strecke zu bleiben.

Als nächstes erwischte es Hayden Paddon. Der Hyundai-Pilot rutschte in eine steile Wiese und hatte große Mühe zurück auf die Strecke zu kommen. Mit Hilfe zahlreicher Zuseher gelang dies nach einigen Minuten.

Jon Armstrong, Thierry Neuville und auch Adrien Fourmaux hatten bei Drehern ebenso Glück, die Zeiten purzelten ob der immer mehr freigefahrenen Spur immer weiter. Im Ziel berichteten die Top-Piloten von den unglaublich anspruchsvollen Bedingungen und Sebastien Ogier fasste es kurz und bündig zusammen: „Unfahrbar!“.


Foto: M-Sport Ford WRT

Von all dem unbeeindruckt zeigte sich Oliver Solberg und setzte eine schnellste Zwischenzeit nach der anderen. Doch dann verlor auch der Führende sein Fahrzeug beim Anbremsen einer Kurve und flog von der Strecke. Mit Vollgas schaffte der Youngster es in wilder Manier zurück auf die Fahrbahn, bangte danach aber ob sein Kühler die Exkursion schadenfrei überstanden hatte. Solberg schaffte dabei sogar noch die bis dato schnellste Zeit von Elfyn Evans um 1.9s zu unterbieten.

Der Vorsprung des Führenden nach SP 12 betrug nun 1:04.7 Minuten auf Evans und 1:31.3 auf Ogier. Adrien Fourmaux, Thierry Neuville und Jon Armstrong folgten in den Top-6.

Wie an der Front erwischte es auch in der WRC2 einige. Als erster flog Nikolay Gryazin von der Strecke mit keiner Chance zurück auf die Fahrbahn zu kommen. Dann musste Pablo Sarrazin nach einem Überschlag aufgeben. Auch für Romet Jürgenson war nach einem technischen Problem vorzeitig Schluss. Leo Rossel führte in der Klassenwertung nun mit 1:27.7 Minuten vor Roberto Dapra und 1:48.0 vor Eric Camilli.

Der Rallytross übersiedelte nach der zwölften Sonderprüfung nach Monte Carlo. Am Abend steht hier noch die kurze Superspecial auf Teilen des Formel-1 Kurs rund um den Hafen auf dem Programm.


Foto: Peter Hartmann

Ergebnisse:

Zwischenstand nach 12 Sonderprüfungen:
01. O. Solberg / E. Edmondson Toyota GR Yaris Rally1 3:14:03.9
02. E. Evans / S. Martin, Toyota GR Yaris Rally1 +1:04.7
03. S. Ogier / V. Landais, Toyota GR Yaris Rally1 +1:31.3
04. A. Fourmaux / A. Coria, Hyundai i20 N Rally1 +6:13.8
05. T. Neuville / M. Wydaeghe, Hyundai i20 N Rally1 +7:29.5
06. J. Armstrong / S. Byrne, Ford Puma Rally1 +10:06.1
07. L. Rossel / G. Mercoiret, Citroën C3 Rally2 +11:01.8
08. G. Munster / L. Louka, Ford Puma Rally1 +11:24.8
09. T. Katsuta / A. Johnston, Toyota GR Yaris Rally1 +11:47-1
10. R. Dapra / L. Guglielmetti, Skoda Fabia RS +12:29.5

Am Schlusstag warten noch vier Sonderprüfungen auf die Teams, darunter zwei Überfahrten über den legendären Col de Turini. Auch hier werden winterliche Bedingungen erwartet.

Stimmen im Tagesziel:

Oliver Solberg: „Es war wieder ein starker Tag. Ich denke, wir hatten wieder alle möglichen Bedingungen und Action. Ich habe versucht, den Tag zu einem Überlebenstag zu machen, bin aber in SP12 in den Matsch geraten und im Graben gelandet. Irgendwie habe ich es aber geschafft, wieder aufs Feld und wieder rauszukommen. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe und die Etappe trotzdem noch gewinnen konnte, aber manchmal braucht man eben auch ein bisschen Glück. Die Super Special war echt cool, aber bei dem ganzen Regen habe ich mich einfach zurückgehalten. Es ist unglaublich, immer noch mit etwa einer Minute Vorsprung zu führen, aber es ist noch ein Tag zu fahren und ich bin mir sicher, dass es wieder ein harter Tag wird.“

Elfyn Evans: „Es war heute wieder sehr hart. Die erste Sonderprüfung heute Morgen war extrem vereist mit sehr geringem Grip, und die Bedingungen in der zweiten waren sehr unbeständig. Am Nachmittag schmolz das Eis stellenweise, wodurch sehr matschig wurde und es schwierig war, das Auto zu kontrollieren. Der starke Regen hat die Monaco Super Special Edition ebenfalls erschwert, daher bin ich froh, sie geschafft zu haben. Wir erwarten morgen noch schwierigere Bedingungen, die Rallye ist also erst vorbei, wenn sie beendet ist.“

Sebastien Ogier: „Heute war wieder ein schwieriger Tag, wie für jeden Teilnehmer dieser Rallye. Heute Morgen viel Schnee, nachmittags viel nasser Schnee, der aus meiner Sicht fast unfahrbar war, und dann heute Abend starker Regen in Monaco. Ich bin einfach nur froh, den Tag mit einem Podiumsplatz und dem vorerst sicheren Sieg für das Team beendet zu haben. Jetzt gilt es, dieses Ergebnis morgen zu bestätigen.“

Adrien Fourmaux: „Heute war ein wirklich fantastischer Tag. Es gab wieder sehr anspruchsvolle Wertungsprüfungen, aber der Schnee heute Morgen war wunderschön und ließ sich super fahren. Als es noch richtig schneite, hat es richtig Spaß gemacht, aber sobald Schneematsch, Spurrillen und so weiter dazukamen, wurde es richtig knifflig. Ich habe mein Bestes gegeben, um Vertrauen ins Auto zu gewinnen; so richtig da bin ich noch nicht, und wir haben noch etwas zu kämpfen, aber das gehört eben zum Rallyesport dazu. Ich wollte in Monaco eine gute Zeit fahren, und wir haben die schnellste Zeit gefahren, also kann ich mich freuen, dass wir zumindest einen Sondersprüfungssieg geholt haben!“

Thierry Neuville: „Es war schön, den Tag in Monaco ausklingen zu lassen – herzlichen Glückwunsch an die Organisatoren der Super Special Stage. Wir müssen das öfter machen und den Rallyesport den Menschen näherbringen. Es war ein Riesenerfolg heute Abend mit vollen Rängen, trotz des starken Regens! Es war eine großartige Veranstaltung. Ich bin froh, dass der Tag vorbei ist und freue mich auf morgen. Unser Fokus liegt darauf, die Wertungsprüfungen sicher zu absolvieren. Ich denke, es wird möglicherweise der bisher schwierigste Tag, da auf diesen Strecken kein Spielraum für Fehler besteht. Es kann also noch viel passieren. Diese Rallye ist noch lange nicht vorbei.“

Hayden Paddon: Die gesamte Rallye war ein Abenteuer, und wir hatten heute wieder einmal mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Beim ersten Durchgang versuchte ich eine andere Fahrtechnik, die aber nicht funktionierte. Auf SP12 waren die Bedingungen dann ziemlich tückisch, und uns lief einiges schief. Wenigstens sind wir sicher in Monaco angekommen. Es ist großartig, hier einen Rallye-1-Wagen fahren zu dürfen, und es ist toll, den Sport den Menschen näherzubringen – besonders auf einem legendären Formel-1-Stadtkurs mit all dieser Geschichte und diesen Zuschauern. Man muss sich immer wieder bewusst machen, wie glücklich man sich schätzen kann, auf den Straßen von Monaco fahren zu dürfen.


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Erste Fotos - WRC Rallye Monte Carlo 2026: Fotos: © Axel Kindermann
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Foto: Toyota Gazoo Racing WRT
 

WRC Rallye Monte Carlo 2026 – Tag 2: Solberg baut die Führung aus!

Oliver Solberg setzte seinen Erfolgrun fort, baute seine Führung am zweiten Tag der WRC Rallye Monte Carlo deutlich aus und lag am Freitag Abend weiter vor seinen Teamkollegen Evans und Ogier in Front.

Text: Harald Illmer; Fotos: M-Sport Ford WRT, Hyundai Shell Mobis WRT, Toyota Gazoo Racing WRT, Axel Kindermann, Peter Hartmann

Nach dem turbulenten ersten Tag bei der 94. Rallye Monte Carlo 2026 sollte auch der Freitag mit einem Knaller beginnen. Fast die gesamte Auftaktprüfung von Laborel nach Chauvac-Laux-Montaux über knapp 18 km präsentierte sich extrem eisig. Ein Mix aus Schnee, Eis und vor allem dem gefürchteten „Black Ice“ sorgte für unglaublich rutschige Bedingungen. Zudem sorgte teils starker Nebel für sehr schlechte Sicht. Vier Spikereifen waren hier die klar richtige Wahl.

Joshua McErlean eröffnete nach seinem Ausfall am Vortag am Freitag die SPs. Die Onboard-Cameras sorgten wieder für unglaublich beeindruckende Bilder im Kampf der Boliden mit den vereisten Strecken.

Oliver Solberg setzte seinen beeindruckenden Erfolgsrun auch am Freitag Morgen fort. Der Youngster holte die nächste überlegene Bestzeit und unterbot die Zeit des Zweitschnellsten Thierry Neuville um ganze 19.1s. Elfyn Evans als Drittschnellster folgte bereits ganze 26.5s hinter dem Toyota-Piloten.

In der WRC-2 konnte Arthur Pelamourgues im Hyundai i20 N Rally2 überraschend die Bestzeit vor Leo Rossel setzen. Der Hyundai-Pilot übernahm auch P2 in der Zwischenwertung hinter dem Citroen-Piloten Rossel. Auf P3 verbesserte sich Nikolay Gryazin im Lancia Ypsilon Rally2 HF.


Foto: Hyundai Shell Mobis WRT

Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain konnten die Rallye am Freitag nach einer Nachtschicht der BRR-Crew wieder in Angriff nehmen. In SP 4 belegte das Duo P13 in der RC2 Wertung.

Die längste SP des Tages „Saint-Nazaire-le-Désert / La Motte-Chalancon“ über fast 29 km zeigte sich über weite Teile nur nass, mit einzelnen Eisfeldern in den Schattenteilen und höher gelegenen Abschnitten. Die Wahl der richtigen Reifenkombination sollte hier eine Rolle spielen.

Den Streckenbedingungen entsprechend hielten sich die Vorkommnisse auf dieser SP in Grenzen, blieben aber dennoch nicht aus. Thierry Neuville rutschte kurz von der Strecke und verlor dabei knapp 30s.

Takamoto Katsuta wurde durch einen Reifenschaden gebremst und verlor mit der langsamen Fahrt durch die SP mehr als eine Minute auf die Bestzeit.

Und auch Gregoire Munster hatte ein Reifenproblem. Der Ford-Problem musste in der Prüfung den Reifen wechseln und verlor mehr als 2:30 Minuten.

Die Bestzeit in SP 5 holte sich Elfyn Evans mit 4.8s Vorsprung vor Sebastien Ogier. Mit seinem großem Vorsprung konnte der Führende Oliver Solberg bereits beginnen diesen sicher zu Verwalten wurde dann jedoch durch einen schleichenden Reifenschaden gebremst. Der Leader büßte dabei 27.2s ein.

Die sechste Prüfung La-Bâtie-des-Fontes – Aspremont über knapp 18 km bot von den Bedingungen wieder ein gänzlich anderes Bild. Vor allem im ersten hoch gelegenen Teilstück prägte viel und teils tiefer Schnee das Geschehen. Durch das Freifahren einer Spur wurde die SP im Verlauf natürlich immer schneller.

Thierry Neuville konnte lange die Bestzeit vor Adrien Fourmaux halten, bis der Führende Oliver Solberg in die Prüfung startete. Der Schwede holte sich die nächste überlegene Bestzeit.


Foto: M-Sport Ford WRT

Takamoto Katsuta hingegen blieb das Pech treu – ein weiterer Reifenschaden in SP 6 kostete wieder wertvollste Zeit. Und auch Gregoire Munster wurde wie in SP 5 abermals von einem Platten gebremst.

Mit einem Vorsprung von 1:04.2 Minuten auf Elfyn Evans erreichte somit Oliver Solberg den mittäglichen Service in Gap als Gesamtführender. Mit 1:39.9 Min. komplettierte Sebastien Ogier das Podium nach SP 6. Thierry Neuville, Adrien Fourmaux und Jon Armstrong folgten in den Top-6.

In der WRC2 konnte Leo Rossel seinen Vorsprung auf Eric Camilli auf 37.0s ausbauen. Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain steckten in SP 6 mehr als 7 Minuten im Graben, konnten die Fahrt dann aber fortsetzen.

Einsetzender Schneefall war für den späteren Nachmittag angekündigt. Der Re-Run in Laborel ging bei sehr nassen Bedingungen bei einsetzenden Regen und einigen noch sehr eisigen Abschnitten über die Bühne. Ein Großteil der Top-Piloten ging mit vier Winterreifen oder Soft/Supersoft- und 2 bespikten Pneus aus dem Servicepark.

Sebastien Ogier knallte als erster der Top-Piloten eine beeindruckende Zeit hin, Elfyn Evans setzte eine bis auf nur 0.9s langsamere Zeit als der Franzose. Nur Oliver Solberg konnte die Zeit unterbieten und eine weitere Bestzeit für sich verbuchen.

Im Lager von Hyundai war diesmal Thierry Neuville der Schnellste, knapp 15s hinter Ogier. Adrien Fourmaux verlor mit einem Bremsproblem mehr als eine Minute in der siebten SP, zeigte sich im Ziel der Prüfung aber optimistisch den Schaden selbst beheben zu können.


Foto: Toyota Gazoo Racing WRT

Problematisch begann der Nachmittag auch für Takamoto Katsuta. Ein Ausfall der Servolenkung nach einem Einschlag kostete den Japaner knapp eine Minute.

Auch die Reifenschäden sollten wieder eine Rolle spielen – diesmal erwischte es Jon Armstrong. Der Ford-Pilot fuhr mit dem beschädigten Pneu ins Ziel und büßte knapp 30s ein.

In der WRC2 kämpfte sich Nikolay Gryazin zurück auf das Podium. Der Lancia Pilot belegte nach SP sieben nun den P2 im Gesamktlassement.

Wie am Vormittag war der Streckenbelag in Saint-Nazaire-le-Desert wieder deutlich einheitlicher. Vom Start bis zum Ziel der fast 29km langen Prüfungen herrschten nasse, teils verschlammte Bedingungen ohne Schnee und Eis. Gespannt wartete man ob der angekündigte Schneefall einsetzen würde.

In der Spitzengruppe legte Sebastien Ogier wieder die erste Richtzeit vor und konnte diesmal Elfy Evans doch deutlich distanzieren. Nach einem kleinen Fahrfehler in einer Kehre verlor Evans mehr als 16s in SP 8. Oliver Solberg konzentrierte sich nun wieder auf das Verwalten des Vorsprungs und holte wie am Vormittag die dritte Zeit.

Mit mehr als 34s Rückstand war Thierry Neuville dennoch der schnellste der Hyundai-Piloten. Adrien Fourmauxs Bemühen sein Bremsproblem auf der Verbindungsetappe zu reparieren waren zwar erfolgreich, führten aber zu einer 30s Zeitstrafe, da der Franzose zu spät zur Zeitkontrolle kam. Hayden Paddon pilotierte den dritten Hyundai weiter sicher auf Zwischenrang 7, kassierte jedoch ebenso eine 30s Zeitstrafe wie Teamkollege Fourmaux.

Weiter ohne Servolenkung musste sich Takamoto Katsuta über die Prüfung quälen. Die körperliche Höchst-Anstrengung war ersichtlich, der Japaner verlor dabei über 3 Minuten.


Foto: Hyundai Shell Mobis WRT

Für Jon Armstrong zerbrachen in SP acht wohl endgültig alle Hoffnungen auf ein Top-Resultat. Der Ford-Pilot büßte nach einem Reifenschaden, den er in der Prüfung wechseln musste, mehr als 3:12 Minuten ein konnte den sechsten Zwischenrang jedoch halten.

Die finale Prüfung am Freitag war auch beim 2. Umlauf vom Start weg tiefwinterlich und extrem rutschigneuville auc. Als erstes Fahrzeug in der Strecke musste dies Josh McErlean rasch feststellen. Bereits kurz nach dem Start flog der Ford-Pilot in den Graben und blieb stecken. McErlean konnte seine Fahrt auch nicht mehr fortsetzen.

Kurz darauf erwischte es Thierry Neuville. Auch der Belgier rutschte in den Graben und blieb hängen. Mit Hilfe der Zuseher konnte der Hyundai nach knapp 3 Minuten befreit werden und Neuville seine Fahrt fortsetzen.

Sebastien Ogier ließ sich von den Bedingungen nicht beeindrucken und knallte die erste Richtzeit hin. Dabei unterbot er die Zeit seines zuvor gestarteten Teamkollegen Sami Pajari um mehr als 49s. Auch Elfyn Evans konnte die Zeit des amtierenden Weltmeisters nicht unterbieten und verlor 12.1s auf Ogier, blieb jedoch in der Gesamtwertung in Front.

Oliver Solberg verwaltete seine Führung auf der finalen Prüfung in abgebrühter Manier und setzte die Zweitschnellste Zeit. Mit einem Vorsprung von 1:08.4 Min. auf Elfyn Evans beendete Solberg den Freitag als Gesamtführender. Sebastien Ogier folgte mit 1:14.9 Min. Rückstand auf Zwischenrang P3.

Adrien Fourmaux rutschte nach dem Missgeschick von Thierry Neuville auf P4 der Gesamtwertung nach vorne (+5;05.2). Thierry Neuville und Jon Armstrong komplettierten die Top-6.


Foto: M-Sport Ford WRT

In der WRC2 konnte Leo Rossel seine Führung verteidigen. Der Citroen Pilot führte die Klassenwertung am Freitag Abend vor Eric Camilli und Nikolay Gryazin an. Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain beendeten den Freitag Abend erfolgreich. Einsetzender starker Schneefall sorgte vor allem auf der vorletzten Sonderprüfung des Tages bei den späteren Startern für extreme Bedingungen.

Am Samstag stehen bei der 94. Rallye Monte Carlo auf der Überführungsetappe von Gap nach Monte Carlo vier Sonderprüfungen über 77,61 km am Programm, darunter zum Abschluss des Tages eine Superspecial am Formel-1 Kurs in Monaco.


Foto: Peter Hartmann

Ergebnisse:

Zwischenstand nach 9 Sonderprüfungen:
01. O. Solberg / E. Edmondson Toyota GR Yaris Rally1 2:11:13.1
02. E. Evans / S. Martin, Toyota GR Yaris Rally1 +1:08.4
03. S. Ogier / V. Landais, Toyota GR Yaris Rally1 +1:14.9
04. A. Fourmaux / A. Coria, Hyundai i20 N Rally1 +5:05.2
05. T. Neuville / M. Wydaeghe, Hyundai i20 N Rally1 +6:05.3
06. J. Armstrong / S. Byrne, Ford Puma Rally1 +7:18.8
07. H. Paddon / J. Kennard, Hyundai i20 N Rally1 +7:42.1
07. T. Katsuta / A. Johnston, Toyota GR Yaris Rally1 +
08. L. Rossel / G. Mercoiret, Citroën C3 Rally2 +8:27.5
09. E. Camilli / T. De La Haye, Škoda Fabia RS Rally2 +9:07.1
10. N. Gryazin / K. Aleksandrov, Lancia Ypsilon Rally2 HF +9:08.8

Stimmen im Tagesziel:

Oliver Solberg: „Es war wieder ein unglaublicher Tag und ich bin sehr zufrieden. Ziel war es, konstant zu fahren und Probleme zu vermeiden. Wir hatten zwar einen schleichenden Platten, aber ansonsten lief es richtig gut. Heute Nachmittag ging es vor allem ums Überleben. Im ersten Lauf konnten wir noch die Schnellsten sein, aber als es dunkel wurde, war es etwas zu riskant, weiter zu pushen. Außerdem war viel Schlamm im hinteren Teil der Strecke, und wir mussten mit diesem Auto zum ersten Mal unter diesen Bedingungen große Kurven fahren. Es gibt also noch viel zu lernen, und es ist noch ein verdammt langer Weg.“

Elfyn Evans: „Wir hatten heute wieder sehr unterschiedliche Bedingungen. Die erste SP begann ziemlich eisig, was knifflig war, aber wir kamen mit der Vormittagsrunde recht gut und ohne größere Probleme zurecht. Der Nachmittag war dann deutlich schwieriger; es gab weniger Eis und Schnee, dafür aber mehr Schlamm auf der Straße, und vielleicht habe ich in den schlammigen Passagen nicht genug attackiert. Wir haben auf Seb, der einen super Job gemacht hat, ordentlich Zeit verloren, daher wird es morgen spannend und eng. Da die Bedingungen noch schwieriger werden, sieht es nach einem klassischen ‚Monte‘ bis zum Schluss aus.“

Sebastien Ogier: „Heute Morgen war es wegen des Schneematsches auf der Straße wieder knifflig für uns. Zwei Autos fuhren vor uns, aber die Straße hinter uns verbesserte sich deutlich. Am Nachmittag änderten sich die Bedingungen, und wir konnten das Blatt etwas wenden. Wir mussten zwar nicht durch Schneematsch fahren, aber es war trotzdem sehr anspruchsvoll mit unglaublich viel Schlamm und Wasser auf der Straße. Für die Fahrer hinter uns wurde es wahrscheinlich immer schwieriger, und wir konnten gute Zeiten fahren. Es ist jetzt ein spannendes Duell mit Elfyn, und es wird aufregend für den Rest der Rallye.“

Adrien Fourmaux:„Wir hatten heute Nachmittag einige Probleme, die wir in den Griff bekommen mussten, vor allem die Handbremse. In allen Haarnadelkurven habe ich versucht, so weit wie möglich auszuholen, um sie in einem Zug zu durchfahren. Wir mussten ein paar Mal rückwärtsfahren, was aber sehr schnell ging. Wir liegen jetzt auf Platz vier, also werden wir geduldig sein und darauf hoffen, morgen einen problemlosen Tag zu haben, sowie auf die Punkte am Super Sunday und in der Power Stage, wenn es am wichtigsten ist.“

Thierry Neuville: „Leider ist uns heute auf der letzten SP ein Fehler unterlaufen. Wir sind etwas zu schnell in eine Kurve gefahren und in einen Graben geraten, aus dem es kein Entrinnen gab. Ich denke, wir hätten die Spikereifen nehmen sollen, da wir zwei davon im Auto hatten. Es gab nämlich etwas mehr Eis als wir nach Rücksprache mit unserem Schotterteam erwartet hatten. Im Moment kämpfen wir noch mit uns selbst, aber die Rallye ist lang und wir haben noch zwei Tage vor uns. Wir müssen das Beste aus dem machen, was wir können, und mehr können wir im Moment nicht tun.“

Hayden Paddon: „Heute war wieder ein harter Tag. Die Bedingungen waren teilweise knifflig, besonders in der zweiten Runde auf den stark verschmutzten Straßen. Wir versuchen immer noch, uns im Auto richtig wohlzufühlen, unsere Position zu halten und durchzuhalten – was das Fahren tatsächlich erschwert. Wir finden die richtige Balance und versuchen, so viel wie möglich über den Hyundai i20 N Rally1 zu lernen.“


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Erste Fotos - WRC Rallye Monte Carlo 2026: Fotos: © Axel Kindermann
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Foto: Toyota Gazoo Racing WRT
 

WRC Rallye Monte Carlo 2026 - Tag 1: Solberg übernimmt die Führung!

Oliver Solberg setzte sich am turbulenten ersten Tag der 94. WRC Rallye Monte Carlo 2026 eindrucksvoll an die Spitze. Der Toyota-Pilot führte die Gesamtwertung nach den drei Sonderprüfungen am Donnerstag vor seinen Teamkollegen Elfyn Evans und Sebastien Ogier an.

Text: Harald Illmer; Fotos: M-Sport Ford WRT, Hyundai Shell Mobis WRT, Toyota Gazoo Racing WRT, Axel Kindermann

Spannung zum Auftakt der WRC Rallye Monte Carlo 2026: Der traditionelle Saisonauftakt im Fürstentum garantiert wie jedes Jahr Action, Spannung und einen besonderen Flair.

Präsentierte sich die Strecke bei der Besichtigung bis auf wenige Abschnitte völlig frei von Schnee und Eis setzte in der Nacht auf Donnerstag erstmals Schneefall ein und auch in den kommenden Tagen wird ein Mix aus Schnee, Regen und Eis erwartet – richtige Monte Bedingungen, auf die Teams und Fans gehofft hatten.

Ein Großteil der Top-Piloten wählte einen Mix aus vier bespikten Reifen und zwei Soft- bzw. Winterreifen für die erste Schleife.

Die Auftaktprüfung Toudon / Saint-Antonin über 21,9 km startete noch vor Einbruch der Dunkelheit und präsentierte sich nebelig, nass bei Temperaturen von knapp 3 Grad.

Sebastien Ogier eröffnete die Sonderprüfung und legte die erste Zeit vor, die prompt von seinem Teamkollegen Elfyn Evans um ganze 12s unterboten wurde. Die Wahl von Spikes und Winterreifen gekreuzt montiert schien die optimale Wahl gewesen zu sein.

Das Tempo des Walisers konnte nur dessen neuer Teamkollege Oliver Solberg halbwegs mitgehen. Der Youngster setzte mit 5.6s Rückstand die Zweitschnellste Zeit. Hinter Evans, Solberg und Ogier wuchsen die Abstände gleich beträchtlich an.

Nicht nach Wunsch startete die 94. Rallye Monte Carlo für Thierry Neuville. Der Belgier verlor gleich ganze 43s auf der ersten Sonderprüfung und gab im Ziel zu Protokoll, dass bei diesen Bedingungen noch Vertrauen in das Setup fehlte. Als Schnellster der Hyundai-Piloten setzte Adrien Fourmaux mit 19.9s Rückstand die Viertschnellste Zeit, vor Takamoto Katsuta auf P5 und den Schnellsten Ford mit Jon Armstrong auf P6.

Nach sensationellen Zwischenzeiten vor einigen Rally1 Boliden traf Yohan Rossel bei der Premiere im Lancia Ysilon Rally2 nach knapp 12 km eine Mauer und zerstörte sich die Aufhängung. Rossels Teamkollege Gryazin konnte mit der 7. Gesamtzeit aber ebenso ein Ausrufezeichen setzen und gleich 5 Rally1 Piloten hinter sich lassen.

In der WRC2 übernahm natürlich ebenso Nikolay Gryazin klar das Kommando und entschied die SP 1 vor Eric Camilli und Leo Rossel für sich.

Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain setzten im BRR Skoda Fabia RS Rally2 in SP 1 und vierzehnte Zeit in der RC2 bei ihrem Monte-Debut.

In den Vormittagsstunden war fast die gesamte zweite Sonderprüfung durchgehend tiefwinterlich. Im Laufe des Tages und nach Einsatz von Räumfahrzeugen wurde der Schnee deutlich weniger, die Bedingungen zum SP Start gegen 18:30 waren jedoch weiterhin äußerst herausfordernd.

Die richtige Wahl für die zweite Prüfung schienen klar vier Spikereifen zu sein. Nach knapp 10 km auf nassen und eisigen Strassen ging es ab knapp 10 km in Eis und Schnee über.

Beeindruckende Aufnahmen aus dem Cockpits beim eisigen Tanz am Griplimit sorgten für Faszination pur. Die Zusehermassen am Col du Fanget auf 1459m erlebten den Zauber der Rallye Monte Carlo bei Schnee in Reinkultur. Wie in SP 1 zog Sebastien Ogier die Spur, Elfyn Evans orientierte sich an den Spuren des Vordermanns und konnte abermals deutlich mehr an Tempo mitnehmen. Der Waliser beendete die zweite Prüfung um ganze 38.1s schneller als der Weltmeister. Der Franzose schimpfte im Ziel über den mangelden Grip.

Thierry Neuville rutschte einmal kurz in den Graben, konnte die SP aber mit nur 13.3s Rückstand auf Evans beenden. Auch Adrien Fourmaux hatte bei einem Ausflug in den Graben das Glück auf seiner Seite.

Für Sami Pajari hingegen war der Tag nach 8.3km in SP2 vorzeitig beendet. Auch Joshua McErlean musste seinen Ford Puma Rally1 nach einem Unfall vorzeitig abstellen.

Nach seiner tollen Vorstellung in der ersten Prüfung mit P2 setzte Oliver Solberg in SP 2 noch eins drauf und holte die Bestzeit mit unglaublichen 31.1s Vorsprung auf Elfyn Evans. Der Youngster übernahm somit überlegen die Führung!

Ford Pilot Jon Armstrong beeindruckte ebenfalls mit tollen Zwischenzeiten. Kurz vor dem Ziel knallte er in einen Graben und beendete die Prüfung dennoch mit einem Reifenschaden auf P3.

Oliver Solberg führte die Gesamtwertung nach SP 2 mit 25.5s Vorsprung auf Elfyn Evans an. Jon Armstrong folgte mit 1:03.3 Min. Rückstand auf P3, vor Adrien Fourmaux auf P4 (+1:06.0) und Sebastien Ogier auf P5 (+1:15.6). Thierry Neuville, Takamoto Katsuta und Gregoire Munster folgten in den Top-8.

In der WRC-2 erreichte der Führende nach SP 1 Nikolay Gryazin mit einem beschädigten Heck das Ziel und verlor dabei knapp 46s. Die Bestzeit in der WRC-2 holte sich Eric Camilli, der auch die WRC2-Gesamtführung vor Leo Rossel und Chris Ingram übernahm.

Die Liste der Ausfälle auf der zweiten extrem schwierigen Prüfung wurde immer länger. Auch Albert von Thurn und Taxis / Jara Hain mussten ihren Boliden im Ziel der Prüfung nach einer Beschädigung abstellen.

Die dritte SP des Tages war wieder fast gänzlich eisfrei, starker Nebel beeinträchtigte vor allem gegen Ende der Prüfung die Sicht ungemein. Elfyn Evans verlor auf den letzten Kilometern im dichten Nebel mehr als 30s und zeigte sich im SP Ziel dementsprechend sauer.

Auch Thierry Neuville war im Ziel der Prüfung sichtlich verrärgert. Der Belgier meinte, dass die Sonderprüfung unter diesen Umständen aus Sicherheitsgründen nicht gestartet hätte werden sollen.

Adrien Fourmaux verpasste kurz vor dem Ziel eine Kurve im dichten Nebel und rutschte von der Strecke. Nur mit Mühe konnte der Franzose die Strecke wieder finden und verlor dabei knapp 45s.

Ein Problem an der Servolenkung bremste Gregoire Munster zusätzlich zum starken Nebel, ein Zeitverlust von mehr als zwei Minuten war die Folge.

Die Sonderprüfung wurde kurz darauf mittels Roter Flagge abgebrochen, die Umstände ließen keinen sicheren Ablauf mehr zu.

Oliver Solberg beendete somit den ersten Tag mit einem Vorsprung von 44.2s auf Elfyn Evans als Gesamtführender. Sebastien Ogier komplettierte das Podium am Ende des ersten Tages mit einem Rückstand von bereits 1:08.6 Minuten. Thierry Neuville, Jon Armstrong, Adrien Fourmaux, Takamoto Katsuta und Hayden Paddon folgten in den Top-8.

Am Freitag stehen bei der 94. Rallye Monte Carlo sechs Sonderprüfungen über 128.88 km am Zeitplan.

Ergebnisse:

Zwischenstand nach 3 Sonderprüfungen:
01. O. Solberg / E. Edmondson Toyota GR Yaris Rally1 43:10.3
02. E. Evans / S. Martin, Toyota GR Yaris Rally1 +44.2
03. S. Ogier / V. Landais, Toyota GR Yaris Rally1 +1:08.6
04. T. Neuville / M. Wydaeghe, Hyundai i20 N Rally1 +1:25.9
05. J. Armstrong / S. Byrne, Ford Puma Rally1 +1:34.5
06. A. Fourmaux / A. Coria, Hyundai i20 N Rally1 +1:44.8
07. T. Katsuta / A. Johnston, Toyota GR Yaris Rally1 +2:24.0
08. H. Paddon / J. Kennard, Hyundai i20 N Rally1 +2:55.2
09. E. Camilli / T. De La Haye, Škoda Fabia RS +3:31.2
10. L. Rossel / G. Mercoiret, Citroën C3 +3:46.5

Stimmen im Tagesziel:

Oliver Solberg: „Es war ein absolut unglaublicher Start. Die Bedingungen waren verrückt: Jede Etappe war anders, jeder Kilometer anders. Manchmal war es etwas riskant, und manchmal habe ich versucht, etwas Tempo rauszunehmen und das Ganze zu kontrollieren. Es war anspruchsvoll, hat aber auch riesigen Spaß gemacht. Ich fühle mich im Auto wohl, und mit dem Team läuft alles super. In dieser Position zu sein, ist fantastisch – damit hätte ich nie gerechnet, und es war auch nie mein Ziel, hierherzukommen und die Rallye anzuführen. Ich habe noch viel zu lernen und werde einfach weiterhin mein Bestes geben.“

Elfyn Evans: „Wir hatten heute Nachmittag einen guten, sauberen Start in die erste Sonderprüfung. Der Grip war recht gering, aber ich habe versucht, mit der Mischung aus Spike- und Slickreifen so flüssig wie möglich zu fahren, und es lief gut. Die Bedingungen in SP2 waren sehr schlecht, es gab überhaupt keinen Grip, das war also nicht einfach. In SP3 konnte ich die Straße stellenweise gar nicht mehr sehen. Insgesamt können wir mit unserem Start einigermaßen zufrieden sein, aber es ist auch sehr frustrierend, in so einer Situation Zeit zu verlieren, wenn man so hart dafür gearbeitet hat.“

Sebastien Ogier: „Der Start in die Rallye war mehr als herausfordernd, und ich bin froh, heute Abend wieder im Einsatz zu sein. Auf der ersten Wertungsprüfung war ich vielleicht etwas zu vorsichtig, aber es war trotzdem ein ordentlicher Start. Den größten Zeitverlust erlitten wir auf der nächsten Wertungsprüfung durch den Schneematsch, der die Strecke für uns unfahrbar machte. Wir konnten nicht viel tun, und es hat uns viel Zeit gekostet. Die letzte Wertungsprüfung war mit dem Nebel ebenfalls sehr anspruchsvoll, aber es sieht so aus, als wären wir besser als die anderen durchgekommen.“

Thierry Neuville: „Ich glaube, ich habe noch nie so viel Nebel auf einer Wertungsprüfung erlebt wie heute Abend auf SP3 – die Bedingungen waren extrem schwierig. Anfangs hatte ich wenig Selbstvertrauen; ich konnte es zwar im Laufe der Wertung etwas aufbauen, aber wenn man nicht das richtige Gefühl hat, fühlt es sich trotzdem nicht gut an. Auf SP2 bin ich mit zwei Rädern in den Graben geraten, um einer Mauer auszuweichen, deshalb wollte ich diesmal so weich wie möglich fahren, um einen Aufprall zu vermeiden. Wir müssen herausfinden, was mit den Reifen los ist. Ich verstehe nicht, wie wir so schnell Grip aufbauen und ihn dann wieder verlieren können.“

Adrien Fourmaux: „Ich hatte auf der ersten Sonderprüfung kein gutes Gefühl, aber wir haben für SP2 einiges getan, um das zu verbessern. Die zweite SP war wegen des Schnees knifflig – wir hatten einen Dreher, haben aber nicht viel Zeit verloren – und dann hatten wir auf der dritten Etappe Nebel und Feuerwerksrauch. Ich musste mitten auf der Straße anhalten und konnte nichts sehen. Ich dachte, die Haarnadelkurve wäre schon da, aber sie war es nicht, und ich landete auf einem Feld. Ich musste sehr langsam fahren, um wieder auf die Strecke zu kommen, und es war einfach nur verrückt. Ich hoffe, wir können durch die rote Flagge etwas Zeit gutmachen.“

Hayden Paddon: „Ich bin froh, dass ich heute Abend unbeschadet durchgekommen bin. Es waren drei verrückte Sonderprüfungen aus unterschiedlichen Gründen. Jetzt müssen wir einen Neustart wagen und ein paar Anpassungen vornehmen, um ein Gefühl für das Auto zu bekommen. Im Moment habe ich überhaupt kein Gefühl dafür. Heute bin ich das Auto zum ersten Mal bei Nässe gefahren, daher gibt es viel zu entdecken. Das wird noch schwieriger, wenn man ohnehin schon Probleme hat und das Auto nicht zu sehr belasten will. Normalerweise beschwere ich mich nicht über Nebel, aber der war extrem – es war absolut richtig, die letzte Wertungsprüfung aus Sicherheitsgründen abzubrechen.“

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Erste Fotos - WRC Rallye Monte Carlo 2026: Fotos: © Axel Kindermann
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Zeitplan Rallye Monte Carlo 2026:


Mittwoch, 21. Jänner 2026:
14:01h - Shakedown Gap (4,25 km)

Donnerstag, 22. Jänner 2026:

16:05h - SP 1 - Toudon / Saint-Antonin (21,90 km)
18:35h - SP 2 - Esclangon / Seyne-les-Alpes (23,80 km)
20:35h - SP 3 - Vaumeilh / Claret 1 (15,06 km)

Freitag, 23. Jänner 2026:
09:04h - SP 4 - Laborel / Chauvac-Laux-Montaux 1 (17,95 km)
10:32h - SP 5 - Saint Nazaire le Desert / La Motte-Chalancon 1 (28,70 km)
11:50h - SP 6 - La Batie des Fontes / Aspremont 1 (17,79 km)
15:16h - SP 7 - Laborel / Chauvac-Laux-Montaux 2 (17,95 km)
16:44h - SP 8 -
Saint Nazaire le Desert / La Motte-Chalancon 2 (28,70 km)
18:05h - SP 9 - La Batie des Fontes / Aspremont 2 (17,79 km)

Samstag, 24. Jänner 2026:
08:31h - SP 10 - La Breole / Bellafaire 1 (29,93 km)
09:55h - SP 11 - Vaumeilh / Claret 1 (15,06 km)
12:31h - SP 12 - La Breole / Bellafaire 2 (29,93 km)
18:35h - SP 13 - Monaco Circuit (2,69 km)

Sonntag, 25. Jänner 2026:
08:05h - SP 14 - Col de Braus / La Cabanette 1 (12,50 km)
09:35h - SP 15 - La Bollene Vesubie / Moulinet 1 (23,45 km)
11:09h - SP 16 - Col de Braus / La Cabanette 2 (12,50 km)
13:15h - SP 17 - La Bollene Vesubie / Moulinet 2 (23,45 km)

Weitere Informationen zur Rallye Monte Carlo 2026: www.acm.mc

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